Kristian Prade, erster Schulleiter der Montessori Schule Peißenberg (damals in Polling), wurde 80

Kristian Prade war schon bei der Schulgründung der Montessori-Schule in Polling im Jahr 1989 als Lehrkraft dabei. Von 1990 bis 1995 übernahm er die Schulleitung.

Er war ein absoluter Allrounder: Lehrer, Schulleiter und Hausmeister in Einem. Am Telefon und im Büro war er Ansprechpartner für alle. Im Winter musste er in der Früh als erstes Schnee schippen. Er begleitete den Kaminkehrer bei seinem Gang durch's Haus, empfing den Postboten, kümmerte sich um den Öllieferanten und sonstige Besucher des Hauses. Stundenermäßigung gab es damals dafür noch nicht!

Nachdem er die Grundschule eingerichtet hatte, arbeitete er weiter an vorderster Front und baute die Hauptschule (jetzt: Mittelschule) auf. Er machte sich viele Gedanken zur Umsetzung der Montessori-Prinzipien auf der Hauptschule. Es gab so gut wie keine Vorbilder, keine Rahmenpläne und wenig Material, dafür einen straffen Lehrplan, der das Prinzip der Freiwilligkeit erschwerte. Die ersten sechs Jahre war er der einzige Mann im Lehrerkollegium. Die Kinder liebten ihn und schätzten seine Vielseitigkeit. Vor allem seine Begeisterungsfähigkeit, sein Sportsgeist und seine Liebe zur Musik und zum Werken kamen gut an. Immer hatte er ein offenes Ohr, sei es für die SchülerInnen, die Lehrkräfte oder die Eltern.

Auch nach dem Renteneintritt war er weiter an der Schule tätig und kümmerte sich noch für ein paar Jahre um die Werkräume. Diese Woche luden wir Kristian Prade in die Schule, um seinen 80. Geburtstag zu feiern. Vorstand, Schulleitung, ehemalige LehrerInnen der Gründungszeit, Schülersprecher und MitarbeiterInnen der Pädagogen, Verwaltung und Haustechnik würdigten in einer Feierstunde das große Engagement Kristian Prades. Bei Kaffee und Kuchen war Zeit für Erzählungen und angeregte Gespräche über die Haltung der Montessori-Pädagogik.

Katharina Hänel - Vorstand