Projekt Erdkinder

Von „Erd“- oder „Landkindern“ spricht Montessori, weil sich die Schule auf dem Lande befindet und die Schüler zusammen mit Eltern und Lehrern ein Gasthaus, einen Laden zum Verkauf eigener Produkte, eine Landwirtschaft betreiben, Obst und Gemüse anbauen, an der Verwaltung der Gesamteinrichtung teilnehmen und sowohl handwerkliche wie technische Arbeiten verrichten sollen. Das angestrebte Ziel besteht dabei nicht darin, aus den Schülern Bauern, Handwerker, Gastronomen etc. zu machen, sondern eine Bildungseinrichtung zu schaffen, durch die „die Entfaltung der Personalität der Jugendlichen“ mittels manueller Tätigkeiten ebenso gefördert werden soll wie durch geistige.

aus: ‚Das gemeinsame Schulkonzept der Schulen im Montessori-Landesverband Bayern'

Diese Ideen werden von uns nicht in dieser Radikalität, sondern in angepasster Art und Weise – der Zeit, dem Zeitgeist, den finanziellen Möglichkeiten und dem pädagogischen Rahmen entsprechend – umgesetzt. So können sich bei uns die Schüler der Jahrgangsstufe 7 freiwillig für das Erdkinderprojekt melden und verbringen fünf Stunden in der Woche in einem Gartenbaubetriebe (Gärtnerei Spatz, Oberhausen). Dort bauen sie ihr eigenes Gemüse an, renovieren einen Bauwagen, verwirklichen ihre Ideen und helfen dafür bei anfallenden Arbeiten im Betrieb. Das Gemüse verkaufen sie schulintern, im benachbarten Seniorenheim oder evtl. auf dem Wochenmarkt. Der Erlös wird projekt-intern eingesetzt oder maximal zur Hälfte ausgeschüttet.